Der rote Bereich

Running Up That Hill

Nach dem dreihundertzweiundsiebzigsten Mal, da ich das Album von Magnus Öström gehört habe, dem dreihundertvierundfünfzigsten Mal, da ich das erste Album von Dan Berglunds Tonbruket gehört habe, dem tausendsten Mal, da ich From Gargarins Point Of View gehört, gefühlt, geträumt habe, da kommt es wieder, langsam, langsam nur kriecht es irgendwo zwischen Bauch, Herz, Hirn durch mich durch, dieses Kribbeln, das ich nur fühle, wenn mich etwas ergreift, das Kribbeln, das "ergriffen sein" ist.
Seit dem Tod von Esbjörn Svensson war Stille. Stille in meinem Kopf, meinen Ohren, meinem Herzen, meinem Bauch. Stille, durchmischt von viel Baulärm, Babyweinen, Kinderlachen. Stille, die so laut und erdrückend war, dass ich glaubte, tagelang, keinen einzigen klaren Gedanken fassen zu können, einen Gedanken, den ich im Kopf vom ersten Wort bis zum finalen Punkt ausformuliere.
Seit dem Tod von Esbjörn Svensson war Zerrissenheit, ein Fetzenleben. Alles angefangen, nichts zu Ende gebracht. Ein Gedankenpuzzle im Kopf und Hände, die nicht wissen, was sie zuerst tun sollen, Beine, die einfach in eine Richtung laufen, ohne ein Ziel zu kennen.
Zurück auf Start.
Alles ist gut.




Love you, Mister Bleckmann.

Happy Birthday, Abbey

Brett-Jazz

Da habe ich doch glatt nicht mitbekommen, dass sie wieder da ist, die Band, deren letztes Konzert ich 2001 in Köln im alten Wartesaal bestaunte, der Ohren-Druck hielt zwei Tage lang an: Red Snapper.
Umso schöner jetzt, nach langer Hör-Pause, wieder mit richtigem Brett-Jazz einsteigen zu können in mein Lieblingsthema: Mister Ayers hat richtig was zu tun an seiner Gitarre, bisweilen erinnert mich sein Spiel an den guten Mr. Scofield, und für Bass-Freaks wie mich gibt’s ein unglaublich schönes Referenz-Stück: Moving Mountain.

Wunderschön: Deathroll.

Dass ich die live-Termine im Dezember im Nachbarland versäumt habe, kann ich mir allerdings selbst kaum verzeihen.
Schwacher Trost.

Waaaah!
(das Gekreische da, das hätte ich gewesen sein können, in Nijmegen zum Beispiel)

Kopfkuss

Lieber Mister Cullum,

nicht leicht für mich, die Contenance zu wahren, jetzt gerade. Und ich dachte, die härteste Probe in dieser Hinsicht hätte ich bereits bestanden, im Juli, in Rotterdam, als Sie da plötzlich als Überraschungs-Act auf der Bühne standen und eine Show hinlegten, dass sich die Gänsehaut noch heute, beim Gedanken daran, ans Innere meines Kopfes brizzelt.
Heute, heute höre ich, was in Ihrem Kopf so herum spukt, und habe nur einen Wunsch: Mit Ihnen möchte ich mal Ihre Plattensammlung durchhören. Und das, das sage ich nicht zu jedem! Vielmehr: Die Zahl derer, deren Plattensammlung mich wirklich interessiert, ist sehr gering. Sehr gering.
„Die Zusammenstellung ist zu einem Resumee meiner musikalischen Fantasie geworden. Oder zu einem Mixtape das ich für einen guten Freund machen würde", lese ich bei laut.de. Ich habe selten ein schöneres Mixtape geschenkt bekommen, lieber Mister Cullum, und Ihre Fantasien, die sind atemberaubend.

Ihre Frau Blogistin


PS: Warum der Autor der Rezension bei laut.de von „perfekt als Hintergrund für ein entspanntes Dinner“ schreibt, bleibt mir ein Rätsel. Ich denke bei „In The Mind Of Jamie Cullum“ an ganz andere Dinge. Aber das, das erzähle ich Ihnen gerne, wenn Sie mir Ihre Sammlung zeigen.

Glücksgriff

bah

Flyer, gestern abend im Supermarkt in Holland vom schwarzen Brett gegrabscht. Weil der Mann darauf so freundlich aussieht. Und weil ich später, zu Hause, herausfinden wollte, was er da im Mund hat, auf dem Bild.
Webseite angeklickt, durch ein paar Stücke gehört, Biografie gelesen.
Verliebt: Benny singst schön.
Verliebt, weil es nicht vielen gelingt, eine Mischung aus Pop, Soul, Jazz derart entspannt nach „Alles ist gut“ klingen zu lassen, und weil Benny aka Tim van Berkestijn ganz viele Instrumente spielt, deswegen vereehre ich auch Jimi Tenor.
Und auf dem Bild, da lutscht Benny einen Kaffeelöffel ab. Aber das ist unwichtig, jetzt.

Herr Herbert ist mein Glücksstern

Herr Herbert ist für mich ein Wunder. Er ist so unverkennbar immer, immer Matthew Herbert, und doch mit jedem neuen Album wieder und wieder anders. Freilich erkenne ich nahezu jeden Musiker, jedes Trio, jede Band aus meiner Sammlung „blind“. Bei den meisten ist das alles andere als schwer, und das mag durchaus auch für gute Musik stehen, mehr noch: Sich permanent neu zu erfinden kommt meist nur plump rüber. So wie beispielsweise beim aktuellen Prince-Album. Aber das ist ein anderes Thema.
Mein Thema heißt: anders. Seit Tagen schon höre ich nahezu ununterbrochen „Score“. Irgendwann vor ein paar Monaten erschienen, für mich jetzt neu, da jetzt gekauft, und jetzt die perfekte Platte, perfekt zu diesen wundervoll verregneten Tagen, perfekt zu diesem dasJahristauchbaldwiederrum-Gefühl.
Score ist anders, anders als alles, was ich von Herrn Herbert kenne, und ich kenne alles, alles bis auf ein paar seiner Doktor-Rockit-Sachen. Und es ist eben doch Herr Herbert, Herr Herbert und seine Staccato-Attacken, Herr Herbert und seine orchestralen Längen, Herr Herbert und seine winzigen, elektronischen Fußnoten, die er so geschickt versteckt, dass ich bei jedem Hören glaube, eine neue entdeckt zu haben.
Und wie ich so darüber nachgrüble, wie ich mein grundsätzliches Mißfallen gegenüber „anders sein“ im Zusammenhang mit dem Individualisierungswahn erläuterrn kann und was ich über das Wort „kreativ“ denke, fällt mir nur dies ein: Herr Herbert ist ein Wunder, denn Herr Herbert hat Stil. Stil ist das, was beim Durcklicken durch hunderte von Wahlmöglichkeiten, um sich selbst zu individualisieren, immer fehlt.

WunderWunder-Stück: Singing In The Rain
Reinhören >>

Spareribs & Rock'n'Roll




Wenn ich einen Hund hätte, würde ich ihn Elvis nennen. Hätte ich die Wahl, würde der Mann meines Herzens Koteletten tragen. Würde es bequem sein, hätte ich heute Petticoat an.
Stattdessen höre ich einfach nur den ganzen Tag Blue Moon (ganz besonders schönes Video!) und schaue mir meine fürchterlich schlechten Fotos von 1996, Graceland, Memphis, Tennessee an.
Das aufregendste damals waren übrigens die Spareribs, abends, bei Charlie Vergos.


In drei Worten

Und ich schrieb und schrieb, hörte, fuhr durch die Gegend und hörte, schrieb, schrieb, weinte, hörte, lächelte vor mich hin, weinte, fuhr, schrieb, schrieb, hörte, lauter, lauter. Länger, immer länger wurde der Text, Gedanken, nie ausgesprochen, ja, nicht einmal zu Ende gedacht. Und bevor es mir das Herz zerriss, löschte ich wieder.
Und ich hörte, lauter, lauter, und ich fuhr und ich filmte und hörte und filmte. Und stellte fest, dass alles, was mir an Technik und Wissen zur Verfügung steht, nicht ausreicht, noch nicht, um meine Gedanken sichtbar und hörbar zu machen, sichtbar, hörbar, ohne sie wirklich beim Namen zu nennen. Und ich löschte wieder.
Wiederzugeben, gleich wie, was geschieht, mit mir, wenn ich „Ma Fleur“ höre, vom ersten bis zum letzten Stück, immer wieder „To Build A Home“ mit der herzzerreissend schönen Stimme von Patrick Watson fünf-, sechs-, siebenmal hintereinander höre, dann wieder alle Stücke von eins bis elf, den Takt von „As The Stars Fall“ ab 00:57 schlage, versuche zu schlagen, den Kopf dazu bewege, „die Frau ist krank“ würde jemand denken, der mich nur sieht und nicht hört was ich höre, wiederzugeben also, was geschieht, mit mir, das käme dem Versuch gleich, mein Leben an einem Abend zu erzählen, bebildert, dabei alle Namen zu nennen, kleine Geschichten am Rande inklusive.
Ich könnte mich auch einfach hinsetzen und weinen. Und käme in Erklärungsnot, würde ich verständlich machen wollen, warum Weinen glücklich macht.
Ich denke an den Satz „… kann man nicht beschreiben, … muss man erleben.“. Faulheit, Dummheit, Discount-Koketterie. Ich glaube eher an: „Was man nicht beschreiben kann, das gibt es nicht.“.


The Cinematic Orchestra: „Ma Fleur“. Schöner geht nicht.









Danke, Mister Swinscoe.






















Und ich glaube, der Kerl meines Herzens ist sich nicht einmal bewusst, dass ich ihn oft "meine Blume" nenne.

Endlosschleife

Manchmal, manchmal finde ich den Anfang nicht. Habe tausend und eine Idee, was ich noch tun, lesen, hören wollte, bevor ich … Bevor ich zu dem komme, was ich tun wollte, tun muss, zu tun vorhatte, finde ich tausend und eine Sache die mich ablenkt, weiter führt, weiter, immer weiter weg vom Anfang, den zu finden anfangs gar nicht so schwierig gewesen wäre.
Ist er dann weit weg, der Anfang, ist es sowieso egal, denke ich, und fange etwas anderes an.


Schuldzuweisung heute:
Nya. Und seine Stimme. Nya. Und seine Musik. Nya. Und seine überaus ansprechende Optik.
Genauer gesagt: Erik Truffaz. Und seine neue Platte (Arkhangelesk / Blue Note). Ganz exakt: Das Stück Trippin’ The Lovelight Fantastic > mit Nya an den Stimmbändern.
Eigentlich aber: Ed Harcourt. Und seine Stimme. Zuvor gehört auf Arkhangelesk: Red Cloud, Ed Harcourt an den Stimmbändern. Uuuh!

Ganz exakt also heißt die Schuldzuweisung:
Der Gedanke beim Hören von Red Cloud, dass ich Gesang hingegen des fürchterlich oft gesprochenen Satzes „Ich mag Gesang eigentlich nicht so gern “ doch sehr gern mag. Immer dann nämlich, wenn mich eine Stimme innehalten lässt, weil sie besonders, anders ist oder die Art zu singen mir Gänsehaut bereitet. So wie eben bei Herrn Harcourts Red Cloud.
Möchte natürlich wissen, wie er aussieht, der Herr Harcourt, was er sonst so macht … (Himmel, ist der hübsch, Himmel, singt der gut, Himmel, je älter ich werde, desto mehr stehe ich auf Männer mit Klampfe). Kaum zu Ende geguckt und gegoogelt … tönt aus der Anlage ein Fender Rhodes und eine unendlich schöne, leichte Melodie von Erik Truffaz, als Marc Erbetta (wieder ein Schlagzeuger auf meiner Top-Ten-Liste, ich glaube, Herrn Erbetta habe ich irgendwo irgendwann sogar live gesehen, staunend, mit offenem Mund, in der ersten Reihe >> ich) einsetzt, bin ich schon ganz weit weg, weg von Herrn Harcourt.

Und dann kommt er: Nya. Nya. Ausatmen. Einatmen. Ganz ruhig jetzt. Wie sieht Nya eigentlich aus? Was macht er, außer mich auf nahezu jedem Album von Erik Truffaz fast um den Verstand zu rappen, singen? Höre, staune, staune und stelle wieder einmal fest, dass ich Männer mit Grau im Haar mag, besonders dann, wenn sie jünger sind als das Grau vermuten ließe. Irgendwo auf Nyas Seite entdecke ich „sounds that I'm diggin' these days“ und dort Murcof. Und
1988_4
Burnt Friedman (Bild gemopst von Herrn Friedmans Labelseite.

Nimmt das denn gar kein Ende? Burnt Friedman. Jener, der mit David Sylvian (wieder Thema Stimme) das Gänsehaut-Album Snow Borne Sorrow aufgenommen hat ... Was macht der eigentlich gerade? Gibt’s endlich mal eine Chance, ihn live zu sehen, in welcher Kombination auch immer, am liebsten natürlich mit Jaki Liebezeit und Herrn Sylvian (bitte!) … oh - Kino Babylon, Berlin, 22. Mai … Herr Friedman und Herr Liebezeit - Secret Rhythms … Passt das terminlich? Oh - und Moers - Hayden Chisholm - oh - auf der Moers-Seite entdecke ich: Antibalas. OH! Berlin also, und Moers. Fein. Und ich beginne, meinen Kalender durchzusehen und stelle fest, dass ich längst mit etwas ganz wichtigem hätte anfangen sollen. Hm. Wer hat jetzt wen gefunden - ich den Anfang oder er mich?

Egal. Anfangen. Jetzt.

Hm. Welche CD höre ich denn nun dazu?




Von Fröschen und Männern



Nein, es sind nicht die Männer mit ulkig hüpfenden Muskeln irgendwo am Körper, die ich schön finde, ebensowenig mag ich die von Trend und Tussendrang wegen glattrasierte Brust bei ihm, Gel im Haar ist langweilig. Oder der Porsche-Fahrer von gestern, Düsseldorf, Kö, Mitte Dreißig, Chino-Höschen in Beige, blaues Sweatshirt, darunter ein Polohemdchen in Weiß, die Krönung: Fönfrisur und am anderen Ende: dunkelblaue Slipper - g-r-a-u-e-n-v-o-l-l (der Porsche hingegen war hübsch).


biondi4306


Und dabei kann es doch so einfach sein: Zum Beispiel Mario Biondi, der hübsche Italiener mit der unglaublich erotischen Stimme, die ein bißchen so klingt, als hätte Barry White einen Frosch verschluckt. Oder Kermit Barry White.
Ich mag das. Sehr.

Selbst hören und gucken:


Dieses Lächeln ganz zum Schluß - ist das nicht umwerfend?!

blogistin

Fantasie, Fiktion, Fraktales

Ich will ...

 

War was?

Sekundenglueck 1:56
Nichts ist mehr wichtig. Und alles kann warten. (Danke...
blogistin - 14. März, 13:20
Sekundenglueck 1:55
blogistin - 12. Februar, 13:13
Danke, Dok!
Ich mag Authentizität, auch wenn ich das Adjektiv...
blogistin - 18. Oktober, 10:55
Wirklich cool! :) Bloggst...
Wirklich cool! :) Bloggst Du gar nicht mehr?
Chikatze - 6. Oktober, 21:18
Dann denken Sie wegen...
Dann denken Sie wegen zuviel Input daran, das Allerwichtigste...
Budenzauberin - 15. Mai, 09:30
Uaaaaaaaaah, ich glaube,...
Uaaaaaaaaah, ich glaube, ich wollte das doch nicht...
Budenzauberin - 15. Mai, 09:29
der Kleine Mann ist live...
der Kleine Mann ist live sogar noch schöner, weil...
FrauLotta - 15. Mai, 08:00
Sekundenglueck 1:54
(Zum ersten Mal seit Jahren in meinem Büro getanzt,...
blogistin - 14. Mai, 11:09
Sekundenglueck 1:53
Extrem stimmiges Komplettpaket. Und dann auch noch...
blogistin - 14. Mai, 11:05
Oh ja. Jetzt muss ich...
Oh ja. Jetzt muss ich nur den großen Kerl davon...
blogistin - 14. Mai, 10:57

Huch!

Du bist nicht angemeldet.

Raum & Zeit

Online seit 4458 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 14. März, 13:20

Blogistin dankt

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB


Blaupause
Der rote Bereich
Es gruesst: Das Murmeltier
Glückskind
Glücksklick
Lebenseinschnitte
Links
Nullnummer
Rechts
Schöner schimpfen
Sekundenglueck
Stehsatz
take five
Wortglitzereien
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren