Es gruesst: Das Murmeltier

Mittwoch, 21. Juni 2006

Abseits



Abseits von ledriger Haut in Ocker, abseits von rausgerotzten Sprachresten, abseits von freizügig zur Schau gestellten Speckrollen, abseits von Achselhemd tragenden 60-jährigen Muskelprotzen, die blondierte 20jährige Mädchen Gassi führen, abseits von allerlei überübergewichtigen Kreaturen, die Currywurst und Pommes beidhändig in sich hineinstopfen, so dass man fürchten muss, irgendwann mampften sie die eigenen Wurstfinger gleich mit, abseits von Mittfünzigerinnen mit flottem Kurzhaarschnitt, rot gefärbt mit peppigen schwarzen Strähnchen darin, auf deren üppig in Szene gesetztem Dekollete deutlich zu lesen steht: „Letzter Versuch“, abseits von Roland Kaiser, der da in der Endlosschleife gedudelt wird, geschwoft wird zu „… es geht schon wieder los…“, abseits stehe ich und werde mir einmal mehr bewusst, wie altmodisch ich doch bin.

Danke, Mister Mercer, für diese Zeilen.
(Müsste ich eine Heiratsanzeige aufgeben, dies wäre der Text.)



I'm old fashioned

I am not such a clever one
About the latest fads
I admit I was never one
Adored by local lads

Not that I ever try to be a saint
I'm the type that they classify as quaint

I'm old fashioned
I love the moonlight
I love the old fashioned things

The sound of rain
Upon a window pane
The starry song that April sings

This year's fancies
Are passing fancies
But sighing sighs holding hands
These my heart understands

I know I'm old fashioned
But I don't mind it
That's how I want to be
As long as you agree
To stay old fashioned with me

Oh won't you stay old fashioned with me
Oh please stay old fashioned with me

Mittwoch, 14. Juni 2006

Murmeltier 00:01

Murmeltier, extradick, ist, wenn die Bandansage der zuerst gewählten Telefonnummer eines großen Anbieters für Software für Sicherheit im Internet nach Aufzählung unzähliger Optionen auch die Weiterschaltung an eine persönliche Betreuung in besonderen Fragen anbietet, jene Weiterschaltung dann allerdings mit einer erneuten Bandansage beginnt, die genau den gleichen Kram erzählt und – tattaaaa – bei besonderen Fragen und dem Wunsche nach persönlicher Betreuung weiter verbindet – an die erste Nummer.

Ich mach Feierabend jetzt. Gehe einkaufen. Brauche persönlichen Kontakt. Dringend.

Mittwoch, 24. Mai 2006

Wachstumsphase

>> klick >>

(listen & buy
or:
watch & listen at north sea jazz)


"i've been growing my hair for four years
trying to get the shit over my ears …"


… das läuft wohl gerade wieder auf meine Rekordlänge von vor zehn Jahren raus. Weia.



Montag, 10. April 2006

Grillzeit



grillzeit

Freitag, 31. März 2006

Platt

Höre den wunderschönen Bolero „Contigo en la Distancia“, denke an die Präzision von Charlie Haden am Bass, denke an das wohl leiseste Konzert zurück, das ich je hörte, Herrn Haden, Herrn Rubalcaba und Herrn Berroa in der Centralstation in Darmstadt, habe plötzlich unbändige Lust auf Currywurst mit Pommes, danach vielleicht ein Schnitzel und Spaghetti Bolognese auf meine Art, freue mich über einen halbwegs vertrödelten Vormittag, entstanden aus der Fassungslosigkeit ob der Tatsache, dass ich nach Wochen des Hinterherhinkens endlich im Zeitplan bin, lache darüber, dass das nur für einen einzigen Tag gelten wird, weil da schon wieder ein Abgabetermin am Montag ist, nein, an diesem Wochenende werde ich nicht arbeiten, keine Minute, freue mich über den schnellen Wechsel von Wolken und Sonne und Regen und Wind und auf ein langes Frühstück morgen und am Sonntag und auf draußen sein und drinnen sein und reden und schweigen und lachen. Wie befreiend es doch sein kann, wenn hinter kleinen, großen Bergen für ein paar Momente Flachland auftaucht.

Freitag, 24. Februar 2006

Livin' next door to Alice

wtfia

Who the f... is Alice?


Etwa die da?

Den Müll bring in Zukunft ich runter, Schatz!

Dienstag, 14. Februar 2006

Statt Schokolade …




(Der Valentinstag hat mir noch nie wirklich etwas bedeutet. Aber wenn ausgerechnet dieser Tag völlig, aber auch so was von völlig aus dem Ruder läuft und nix, nichts, überhauptgarnichts schönes, erfreuliches passiert, dann muss ein Trost-Stauß her. Uffz.)

(gemopst bei Frau Pryke)

Freitag, 3. Februar 2006

Pfui deibel!



Herr Jazzer, so gern ich Ihre Bahnblogging-Geschichten mit all ihren Skurilitäten lese: Ich drücke fest die Daumen, dass Sie das nienienie erleben müssen:

pfuideibel


Montag, 30. Januar 2006

Pottesk, II.



2. Aufzug, erster Auftritt
Besagtes Mehrfamilien-Haus, Altbau, Wohnung im dritten Stock: Die darunter liegende Wohnung stand acht Monate leer und wurde gerade verkauft. Der Feuchtigkeitsschaden scheint sich zwischenzeitlich in Luft aufgelöst zu haben. Dafür sind nun seit Tagen Handwerker zu Gange, offensichtliches Hauptziel jener Herren in Blau: Austausch der Nachtspeicheröfen gegen eine Gas-Heizung.

GWS-Handwerker (Mitte 40, im von den Stemmarbeiten stark ergrauten Blaumann)
„Tach, wir machen unter Ihnen die Heizung neu. Wo laufen denn Ihre Leitungen?“
Dame des Hauses, irritiert, weil den Umfang und Inhalt der Frage nicht erfassend: „Ich verstehe leider nicht ganz.“
„Na, wo sitzt der Kamin, in dem die Heizungs-Leitungen laufen?“
„Keine Ahnung, alle Heizungsrohre kommen aus dem Boden. Und ein Kaminzug in dem Sinne ist mir noch nicht aufgefallen. Gäbe es einen, müsste er ja auch in der Wohnung unter mir zu sehen sein, oder?“
Der GWS-Handwerker scheint nun seinerseits mit dieser Antwort nichts anfangen zu können und hakt mit leichter Entrüstung nach: „Sie müssen doch wissen, wo Ihre Heizungsleitungen laufen!“
Diese Steilvorlage kann sich die Dame des Hauses nicht entgehen lassen und entscheidet sich heute für die Rolle der unwissenden Hausfrau, deren oberstes Credo „Veleda“ heißt. „Nein, ich bin nur Hausfrau. Von solchen Dingen habe ich keine Ahnung.“
Tiefes ein- und ausatmen des GWS-Handwerkers: „Darf ich dann mal?“
„Sie möchten was dürfen, bitte?“
„Na, nachsehen?“
Die Dame des Hauses überlegt, das Spielchen noch ein wenig weiter zu treiben, entscheidet sich aber ob der Haarpracht des Herrn, die ebenso ergraut ist wie sein Blaumann, für ein mildes „Klar!“
Er betritt zielstrebig die Küche, stutzt und sagt: „Die Leitungen gehen ja in den Boden!“
„Sagte ich doch!“
„Hmm, und einen Kamin gibt es nicht?“
„Nicht dass ich wüsste.“
„Hmm, dann müssenwer wohl doch noch weiter klopfen.“
Dame des Hauses zuckt mit den Schultern und ignoriert seinen Blick auf den Teller voller Apfelkuchen-Stücke, der auf dem Küchentisch steht. Der GWS-Handwerker macht jedoch keine Anstalten zu gehen, und so beschließt die Dame des Hauses, ihm ein wenig Beine zu machen.
„Da ich offensichtlich nichts für Sie tun konnte, können Sie mir vielleicht helfen: Stellen Sie im Keller nen zusätzlichen Kessel auf?“
„Nee, wir gehen an den ran der da ist.“
„Oh! Das wundert mich aber, denn nach Auskunft der Hausverwaltung ist die Kapazität dieses Kessels doch bereits erschöpft.“
GWS-Handwerker, zur Haustür schlendert, holt zum Trumpf aus: „Nee, nee, dat geht schon. Dat kann man ja errechnen.“
„Ach so. Toll, dann haben Sie ja alles im Griff.“

GWS-Handwerker verlässt die Wohnung, bedankt sich nickend und trottet schwer anmutenden Schrittens eine Etage tiefer.

Montag, 9. Januar 2006

Fehlanzeige


entschuldigung

Nichts, nichts wünscht sie sich sehnlicher an Tagen wie diesen, an Tagen, an denen der Kopf brummt, Kinn und Kiefer schmerzen von albernen Küchenunfällen, von meterlangen Regalbrettern, die aus der Verankerung der Wand rissen und samt all jener Gegenstände, die darauf lagerten, auf ihr Gesicht fielen, an Tagen, an denen der Himmel so wunderschön hellblau ist wie ihr ulkigstes Paar Ballerina-Schuhe und mit der blassen Wintersonne um die Wette strahlt, an Tagen, an denen der Kopf schwer ist von Gedanken über den kranken Vater und die sich fürallesundjeden aufreibende Mutter, an Tagen, an denen funky beats wie die des Albums „Hit The Rhodes, Jack“ sie jene Zeit erinnern lässt, als sie noch Hüfte schwingend die Nächte durchfeierte, ohne Drogen, ohne Alkohol, einfach nur glücklich über Beat und Bass, an Tagen, an denen sie der Satz „Aber junge Frau!“ von einem Fremden gesprochen, mit fürchterlich aufgesetzt klingendem Unterton gesprochen, von einem Fremden, der sie nicht einmal sieht, der nur ihre Stimme hört, am anderen Ende einer langen, virtuellen Leitung, in Rage bringt, an Tagen wie diesen, an denen der Ruf des weichen, warmen Bettes stärker ist als der stumpfe, kalte Schrei des (All-)Tags, an Tagen wie diesen, da wünscht sie sich nichts sehnlicher als sich selbst eine Entschuldigung schreiben zu können. So wie früher eben.



blogistin

Fantasie, Fiktion, Fraktales

Ich will ...

 

War was?

Dankeschön, Ich suche...
Dankeschön, Ich suche noch den Feudel.
blogistin - 6. Dezember, 09:12
Hui, das waren fast 288...
Hui, das waren fast 288 Wochen. Welcome back!! Und...
NeonWilderness - 6. Dezember, 00:27
Huch!
Nach ein paar Wochen Urlaub nach Hause kommen, keiner...
blogistin - 6. Dezember, 00:14
oha
oha
blogistin - 30. Mai, 15:37
… achach, ebenso, herz&gut. Wir...
… achach, ebenso, herz&gut. Wir sehn uns :-*
blogistin - 30. Mai, 15:36
baba
baba
boomerang - 30. Mai, 15:07
Ach, Du liebe herzensgute...
Ach, Du liebe herzensgute Frau...ich drück' Dich! :-*
Budenzauberin - 30. Mai, 14:58
au revoir
merci an die Knallgrauen für die hübsche Nische im...
blogistin - 30. Mai, 14:42
danke.
danke.
blogistin - 28. März, 18:25
Sekundenglueck 1:56
Nichts ist mehr wichtig. Und alles kann warten. (Danke...
blogistin - 14. März, 13:20

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