Nach dem dreihundertzweiundsiebzigsten Mal, da ich das Album von Magnus Öström gehört habe, dem dreihundertvierundfünfzigsten Mal, da ich das erste Album von Dan Berglunds Tonbruket gehört habe, dem tausendsten Mal, da ich From Gargarins Point Of View gehört, gefühlt, geträumt habe, da kommt es wieder, langsam, langsam nur kriecht es irgendwo zwischen Bauch, Herz, Hirn durch mich durch, dieses Kribbeln, das ich nur fühle, wenn mich etwas ergreift, das Kribbeln, das "ergriffen sein" ist.
Seit dem Tod von Esbjörn Svensson war Stille. Stille in meinem Kopf, meinen Ohren, meinem Herzen, meinem Bauch. Stille, durchmischt von viel Baulärm, Babyweinen, Kinderlachen. Stille, die so laut und erdrückend war, dass ich glaubte, tagelang, keinen einzigen klaren Gedanken fassen zu können, einen Gedanken, den ich im Kopf vom ersten Wort bis zum finalen Punkt ausformuliere.
Seit dem Tod von Esbjörn Svensson war Zerrissenheit, ein Fetzenleben. Alles angefangen, nichts zu Ende gebracht. Ein Gedankenpuzzle im Kopf und Hände, die nicht wissen, was sie zuerst tun sollen, Beine, die einfach in eine Richtung laufen, ohne ein Ziel zu kennen.
Zurück auf Start.
Alles ist gut.
Die schönsten Geschichten erzählt ja mein Sohn, morgen wird er 23 Monate alt. Sie sind kurz und präzise: "Weg-weg! Biene! Opa! Aua!". Opa hat ihn vor Wochen im Garten vor einem Bienenstich (es war dann wohl doch "nur" eine Schnake) gerettet.
Und auch den Dialog um Teddy Paul, den es in verschiedenen Varianten gibt, mag ich sehr, lieber als manch erwachsenes Aneinander-Vorbei-Geplänkel:
"Paul!"
"Der ist noch oben."
"Holen!"
Ach ja, "lieber" ist auch so ein neues Wort, genauso wie "ohne", das der kleine Mann neuerdings gerne benutzt. Mini-Mann mag Kartoffeln "ohne!" Sauce oder "lieber" Nudeln als irgendetwas anderes.
Und dann war da noch Erzieherin Moni, die er vom ersten Tag im Vorkindergarten an ins Herz geschlossen hat, und die Amerikanerin Heather, ebenfalls Mami in der neuen Vorkindergarten-Spielgruppe. Heather spricht nur Englisch und wenn wir uns unterhalten, gibt nicht viele Mütter, die mit ihr sprechen (können), dann schaut Mini-Mann immer ganz aufmerksam. Heute ging er dann zu ihr und sagte "Hätta!".
Und überhaupt. Der Urlaub letzte Woche … Mini-Mann im und am Riesen-Sandkasten, rundum glücklich sich zwei Hände voll Sand in den Mund stopfend, grinsend. Am ersten Abend, kühl, wolkenverhangen, schien er schon zu begreifen, dass das sein Paradies ist. Rannte von links nach recht und von rechts nach links und warf sich immer wieder auf den Boden.
Und überhaupt. Er ist so wunderbar, dieser kleine Mensch da.